Revitalisierung bei laufendem Betrieb

Glasdachsanierung im zentralen Bürokomplex des Düsseldorfer Medienhafens

Das 2002 für die Branchen Werbung, Kunst und Medien errichtete Büro- und Wohnquartier in der Hammerstraße 19 gilt als Zentrum des Medienhafens Düsseldorf. Nun wurde die eindrucksvolle Glasdachkonstruktion unter Leitung von Enning Architekten aus Düsseldorf umfassend saniert und energetisch optimiert – und dies bei laufendem Betrieb. Mit der Sanierung war die Firma Mirotec Glas- und Metallbau GmbH beauftragt, die auf fast 20 Jahre Erfahrung im Bereich Sonderglaskonstruktionen zurückgreifen kann.

Die Aufgabe
Der Wunsch des Bauherrn bestand darin, neue wasserdichte Dachflächen mit einer zweiten zusätzlichen Dichtebene zu schaffen, um die Flächen darunter für Gastronomie und Veranstaltungen nutzen zu können. Auch wenn das Vorhaben, zwei jeweils 370 m² große Glasdächer mit nur 1,5 % Dachneigung in 20 m Höhe bei laufendem Betrieb zu sanieren, durchaus schwierig sein würde, nahm die Firma Mirotec diese spezielle Herausforderung an.
Um ein Minimum an Verunreinigungen zu produzieren, aber auch ein Maximum an Lärmschutz zu sichern, musste ein reibungsloser, logistischer Ablauf gewährleistet sein. Ebenfalls sollten möglichst viele bestehende Bauteile auf den Stand der heutigen Technik gebracht und wieder verwendet werden.

Die Vorbereitung
Da die Maßhaltigkeit der Stahlkonstruktion vorliegend nicht gegeben war, mussten die Dachflächen zunächst mit
einem Tachymeter dreidimensional eingemessen werden, um mögliche Probleme rechtzeitig erkennen zu können.
Nur so konnten die entsprechenden Maßtoleranzen in der Panungs- und Bauphase berücksichtigt werden.
Bei der energetischen Sanierung lag ein großes Augenmerk auf der technischen Revitalisierung bestehender
Bauteile. Die Glasdachkonstruktionen, die für Reinigungsarbeiten auch betretbar sein müssen, bilden eine ideale
Basis, um mit integrierten Flügelsystemen die Funktion von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) zu erfüllen. Diese RWA-Klappen sind umlaufend angeordnet und können über eine Zentrale angesteuert und geöffnet werden. Auch die Befahren-Anlage der Fassade und alle zu den Glasdächern gehörenden
Sicherheitseinrichtungen wurden erneuert.
Um die Glasdachkonstruktion auf den Stand der heutigen Technik zu bringen, entwickelte die Firma Mirotec in enger Kooperation mit der Firma Raico die Herstellung eines Sonderprofils, das die Funktion der Dichtigkeit sichert und zusätzlich ein gesundes und gebäudeschonendes Raumklima schafft und somit exakt auf die Belange dieser Gebäudesanierung abgestimmt ist.

Die Sanierung
Zunächst wurden die vorhandene Befahren-Anlage, die alten Glasflächen und das ursprüngliche Aufsatzsystem
demontiert. Danach erfolgten die Reinigung der nun freiliegenden Stahlkonstruktion und die Herstellung
einer dampfdichten Ebene, die nach dem Aufsetzen des Sonderprofils zur kontrollierten Entwässerung dient.
Ebenso wurden alle Anschlüsse zum Dach überprüft und nachgearbeitet. Die bereits vorhandenen Fensterflügel
waren nach einer Reinigung wieder einsatzbereit – anders als das in die Jahre gekommene RWA-System, das komplett überarbeitet und auf modernstes technisches Niveau gebracht wurde. Es war keine ungewohnte, aber doch erneute Herausforderung, abschnittsweise von begehbaren Membranen aus zu arbeiten, die eine zweite Netzebene bildeten und somit als Fallschutz dienten. Dies war nötig, da die lichtoptischen Rauchmelder nicht ausgeschaltet werden konnten und somit das Aufstellen eines Gerüsts nicht möglich war.

Das Ergebnis
Die komplette Sanierung konnte trotz der speziellen Anforderungen und nicht zuletzt auch durch die erfolgreiche
Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Enning erfolgreich und bei laufendem Betrieb innerhalb von drei Monaten fertiggestellt werden.

 

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